Als ich am Morgen mit Fine zum ersten Pipispaziergang des Tages aufbrach, mußte ich feststellen, dass ein kalter Wind blies. Wir wollten an diesem Tag nach Leeuwarden aufbrechen. Fine möchte immer bei uns draußen sein, obwohl es unter Deck auch sehr gemütlich und vor allem windgeschützt wäre. Da sie während der Fahrt ja ruhig liegt, entschied ich mich, ihr ein Pullöverchen anzuziehen. Ich weiß aus Erfahrung, wie kalt der Fahrtwind ist und ich möchte nicht, dass Fine sich erkältet. Also legte ich ihr das warme Kissen aus und pickte sie in die Sicherungsleine ein.
Auf geht's und schon sind wir bei der nächsten Brücke. Bis vor einigen Jahren wurden die Brücken in der Regel von Brückenwärtern bedient und man mußte die Öffnung der Brücken bezahlen. Am Ende einer Angel befand sich ein kleiner Holzschuh. Der wurde der Schiffscrew, beim Passieren der Brücke, vom Brückenwärter elegant zugeworfen. Man legte sein Brückengeld hinein und die Angel wurde wieder eingezogen. Das kommt nur noch an wenigen Brücken vor. In den letzten Jahren wurden viele Brücken mit Kameras ausgerüstet. Man wird schon frühzeitig gesehen und die Öffnung der Brücke wird veranlasst. An dieser Stelle richte ich gerne mal ein großes Lob an die Brücken- und Schleusenwärter im niederländischen Friesland. *Respekt*
Wir kamen an diesem ehemaligen, technischen Bauwerk vorbei. Werner meinte ich solle doch diesen "rostigen Müll" nicht fotografieren. Ich empfinde das rostige Gerippe aber als so traurig und doch schön, dass ich es auch hier einstelle.
Auch an die Enten wird gedacht.
Jetzt kamen wir nach Birdaard. Hier seht Ihr, wie ein nagelneu angelegter Yachthafen aussieht. Wir trauten unseren Augen nicht, denn hier befand sich vorher ein Campingplatz mit kleinen Nur-Dach-Häusern und angegliedertem, kleinen Hafen. Alles ist weg und dieser Yachthafen entstand. Der Standort ist perfekt für Zwischenstationen zum Übernachten. Diesen Hafen werden wir uns merken.
In der Zwischenzeit ist Fine eingeschlafen. Sie liegt, lecker warm eingepackt, auf meinem Kissen und "ratzt". Ich habe mir in der Zwischenzeit auch den Windstopper mit Kapuze angezogen. Es bläst ein eiskalter Boreas!
Wir kommen in Birdaard zur Brückenwärter-Begleitung Nr. 2 der Reise.
Er hatte, mit uns, 3 Schiffen die letzte Brücke geöffnet und radelt nun, nachden er sie wieder gesschlossen hatte, neben uns her, bis zur nächsten Brücke. Wir kommen etwa zeitgleich an. Die Skipper passen ihre Geschwindigkeit der des Brückenwärters an. :-)
Seht Ihr ihn, rechts auf dem Foto?
Weiter geht die gemütliche Fahrt auf dem Kanal, mitten durch die Dörfer.
Da hat sich Jemand ein schönes Teehaus ans Ufer seines Grundstücks gebaut.
Es geht vorbei an großen Häusern in Park ähnlichen Gärten mit Wasserzugang und Boot neben dem Haus.
Als wir in Leeuwarden ankamen, fanden wir einen schönen Liegeplatz an einem Park. Unsere Finja nimmt sich natürlich winzig aus, neben der eleganten Luxusyacht, die vor uns liegt. Wenn ich bedenke, was solche Boote in der Anschaffung, als auch allein im Diesel-Verbrauch kosten, wird mir schwindlig. Ich kann aber neidlos ihre Eleganz bewundern.
Genau zu der Zeit, als wir hier ankamen, sangen in diesem Park, an verschiedenen Stellen, Chöre die einstudierten Lieder der unterschiedlichsten Musikrichtungen. Ich machte mich also auf den Weg und ging dem Klang entgegen.
Da ist eine Gruppe. Ich hörte eine Weile zu
und ging dann wieder zum Boot zurück. Ich hatte Lust auf einen leckeren Kaffee.
So sind die Boote in Leeuwarden "angeleint". Alle an der "Kurzleine". :-))
Als ich endlich gemütlich mit Werner und Fine bei lecker Kaffee und Kuchen im Cockpit saß, trieben diese Gestalten vorbei. Man bedenke, es blies ein eiskalter Nordwind!!
An Land, neben uns, beobachteten wir zeitgleich diese Personen.
Stellt Euch vor, es wurde ein Musikvideo gedreht. Es sollte wohl ein heißer Tag dargestellt werden und die Jungs in dem Schlauchboot bildeten den Hintergrund. Nachdem die junge Frau ca. 1 Minute aus dem Video mind. 10X zähneklappernd wiederholt hatte, waren wir es leid und beachteten das Tun nicht weiter. Ich kenne mich in der Musikszene ja nicht aus, aber wenn dieser Ablauf normal ist, puuhhh.
Natürlich gibt es von den Personen, die auf diesen Fotos erscheinen auf Aufnahmen von vorne. Die möchte ich aber wegen der rechtlichen Situation nicht einstellen.
Da ich in Leeuwarden kein gutes Restaurant kennen, wurde abends an Bord lecker gekocht und gegessen. Es wurde ein gemütlicher Abend.
Am folgenden Tag müssen wir mitten durch die Stadt Leeuwarden fahren und dabei wird es an manchen Stellen auch wieder eng.
Fortsetzung folgt.
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