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Donnerstag, 30. April 2015

Die Segelsaison hat begonnen

Liebe Leser,

die Sonne scheint und der Sommer kommt mit großen Schritten auf uns zu. Finja, unsere Segelboot, ist ausgerüstet und die Segelsaison kann beginnen.

Ich freue mich schon auf schöne Segeltage und gemütliche Abende mit Mann und Hund an Bord. 


In den letzten Wochen stellte ich mir, für meine Bordbibliothek, einen kleinen, feinen Vorrat an Büchern und Hörbüchern zusammen. 

Gerne berichte ich demnächst wieder von meinen Eindrücken, die ich gewinnen konnte.

Habt auch alle einen schönen Sommer und bleibt gesund.

Herzliche Grüße
Renate 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Marie und die Seefahrt :-)

In unserem Urlaub in der Pfalz hatte ich eine Verabredung mit Birgit und ihrem Havaneser Elvis vereinbart. Werner, Fine und ich fuhren zum vereinbarten Termin zu ihr, um einen schönen Spaziergang mit den Hunden zu unternehmen.
Die Tür wurde uns von Birgits Tochter, der 12jährigen Marie geöffnet. Unmittelbar nach der ersten Begrüßung fragte uns Marie, ob wir nicht die sind, die segeln. Das bestätigten wir Marie und es kam ein Strahlen in ihre Augen.

Diese konkrete Frage ließ uns aufhorchen. :-)

Nach kurzer Zeit erzählte uns Marie voller Begeisterung von der Kreuzfahrt, die sie, mit ihren Großeltern, an der Norwegischen Küste entlang, bis hin nach Spitzbergen führte. Aus ihren Schilderungen ging eindeutig hervor, dass sie sich mit der Seefahrt und der Technik an Bord geistig auseinander gesetzt hat. Dann kamen gezielte Fragen zu unserem Segelboot und den technischen Unterschieden zwischen einem  Kreuzfahrtschiff und einem Segelboot von 8,45m Länge auf. An den präzisen Fragen erkannten wir sofort, wieviel Interesse Marie der Seefahrt entgegen bringt. Immer wieder musste ich mir klar machen, dass das fragende Mädchen erst 12 Jahre alt ist. Alle Achtung!

Nachdem wir bei Birgit mit lecker Kaffee und Kuchen versorgt wurden, hatte sich eine gefestigte Gesprächseben zwischen Werner und Marie entwickelt. So schloss sich Marie uns gerne zum Hundespaziergang an. 

Auf diesem Spaziergang ergaben sich 2 Gesprächsgruppen. Birgit, Elvis, Fine und ich mit dem Thema "Hund" und Werner und Marie mit dem Thema "Seefahrt".

Als wir uns verabschiedet hatten und wieder im Auto saßen, erzählte mir Werner, ganz angetan, von Maries Wissensdurst. Offensichtlich steckt sie schon tief im Thema und kann sich mit ihren 12 Jahren durchaus vorstellen, Schiffsingenieurin zu werden.

Was ihre Mama davon hält? Nun, es wird nicht ganz leicht werden, wenn man in der Pfalz und weit ab vom Meer wohnt, sein Ziel zu erreichen.

Ich sage mir: "Wenn Marie etwas wirklich will, dann schafft sie das auch, egal was es sein wird." 

Liebe Marie, Du schaffst das! :-)






Samstag, 17. August 2013

Er ist wieder da :-)

Heute, am frühen Vormittag, ist Werner mit Finja wieder in unserem Heimathafen eingelaufen. Skipper und Boot sind unversehrt und wohlauf. :-)


Es kam wohl noch etwas Unruhe auf, denn es lag ein Motorboot auf unserem Liegeplatz.

 *stutz* 

Gestern um 20 Uhr hatte ich noch kontrolliert, dass unsere Box frei war und unser Schild auf rot stand. Das heißt in allen Häfen, dass diese, mit rot gekennzeichneten Boxen, nicht belegt werden dürfen. Tja, nun lag aber ein Boot in unserer Box, obwohl ich Werner in wenigen Minuten erwartete.

Als ich den Skipper daraufhin ansprach, war er sehr bemüht, mir seine brisante Situation zu erklären. Sie hätten einen Motorschaden auf der Ems erlitten und man hätte sie in unsere Box geschleppt. Sie könnten also hier nicht weg und es würde auch noch einige Tage dauern, bis Hilfe zu erwarten wäre. Ich versuchte zu erklären, dass wir eine Lösung finden müssen, aber Werner erst mal anlegen würde. So kam es, dass Werner dort anlegte, wo nur die die großen Fischkutter (s. Foto im Hintergrund) liegen dürfen. Das große Missverständnis bestand darin, dass wir an einer Lösung dahin gehend arbeiteten, das Motorboot umzulegen. Das war dem Motorboot-Skipper aber nicht klar, sondern er dachte und hoffte inständig, dass wir uns einen anderen Platz für unsere Finja suchten. So weit kommt das noch!

Wir sind hier zuhause, kennen uns aus und wissen, wo und von wem wir Hilfe bekommen können. Also zog Werner los und bekam auch sofort die Zusage von J.L., dass er das Motorboot in eine andere Box schleppen würde. Das erklärten die beiden Männer dem Gastlieger und dieser wurde leicht unruhig. J.L. wies ausdrücklich darauf hin, dass er jetzt und nicht in einer halben Stunde, oder so, für den Schleppvorgang bereit wäre, schmiss seinen Motor an und kam. Was macht der Gast-Skipper? Fängt an zu telefonieren, anstatt sein Stromkabel zu lösen, seine Leinen zum Ablegen klar zu machen und seine Crew auf den zu erwarteten Vorgang vorzubereiten. Dann mußten wir mal nachdrücklich werden und erhielten die Frage, warum denn jetzt alles so schnell gehen müsse, wo das Boot doch wochenlang unterwegs war? 

Ist es zu fassen? Aber dann sah ich endlich klar! Diesen 4 Männern an Bord war/ist offensichtlich nicht klar, dass sie sich in einem Gezeitengewässer befinden, dass sie mit starken Strömungen zu tun haben, dass sie gleich trocken liegen werden usw., usw. Auch das Festmachen und Losmachen ihres Bootes scheint noch mit echten Herausforderungen verbunden zu sein.

Schlussendlich hat J.L. es geschafft, das Boot in eine andere Box zu bringen. Unsere Hilfe beim anlegen war vom Gastlieger nicht erwünscht und so sahen wir dem "munteren Treiben" aus einiger Entfernung zu.
Werner und J.L. brachten unsere Finja in aller Seelenruhe in unsere Box und die Welt war für J.L. und uns wieder in Ordnung.

Das Verhalten der Gäste würde ich ja noch unter Anfängerfehler verbuchen denn ich erinnere mich noch gut an unsere Anfänge mit div. Fehlern.

Aber, Alkohol war bei uns nie im Spiel! Soeben wurde ein neuer Kasten Bier an Bord gebracht. *grrr*

Freitag, 16. August 2013

Wie wird sich der Skipper entscheiden?

Gestern ist Werner von Norderney aus, einhand, bis nach Greetsiel gesegelt. Das bedeutete, 6 Stunden absolute Konzentration in der Wattensee. Dazu kamen 1 Meter Welle von vorn und Dauerregen. Angesagt waren einzelne Schauern.

Heute muß die Entscheidung fallen, ob er nach Delfzijl segeln wird. Werner ist nur noch 2 Tagesreisen vom Heimathafen Ditzum entfernt und ich warte hier auf ihn. Aber, was sagt der Seewetterbericht?

Es gibt so vieles zu bedenken, wenn man im Wattenmeer unterwegs ist. Da sind die Gezeiten, die mit ihren Höhen und Strömungen unbedingt genau berücksichtigt werden müssen. Dabei kommt es darauf an, wann diese Zeit am Tage passt. Man darf nicht vor dem hell werden starten und auch nicht in die Dunkelheit segeln. Die Fahrwasser zwischen den Pricken sind nicht befeuert (beleuchtet). Also darf sich die Segeldauer nur innerhalb der hellen Stunden des Tages bewegen. Dazu ist das Wetter zu berücksichtigen. Damit ist beim segeln der Wind und aus welcher Richtung er kommt, gemeint. Der geht einher mit der Wellenhöhe.

Heute muß Werner sich entscheiden, ob er am Nachmittag Greetsiel  verlassen wird, um noch vor dem dunkel werden Delfzijl zu erreichen, oder ob er den Start verschieben wird. Das würde aber bedeuten, dass er vor Montag nicht in Greetsiel wegkommt, denn in den nächsten Tagen liegt die Tide sehr ungünstig für diesen Weg. Wie ich gerade sehe, nimmt der Wind dann auch noch zu. :-(

Schwirrt Euch schon der Kopf von diesen Informationen? ;-)
Das kann ich gut verstehen. Die Wattensee ist eben nun mal eines der schwierigsten Seegebiete auf der Welt und mein Werner ist auf der Finja allein unterwegs. Einhandsegler im Wattenmeer sind die Ausnahme. Das traut sich kaum jemand zu! 
Ja, ja, mein Werner liebt Herausforderungen! Er ist aber auch erstklassig ausgebildet und hat weltweit Segelerfahrung. Werner weiß, was er tut!

Mal sehen, wie Werner sich entscheiden wird. Ich erwarte seinen Anruf.

Mittwoch, 14. August 2013

Insel Baltrum - Dörnröschen der Nordsee :-)

An dieser Stelle möchte ich Euch sehr gerne etwas vorschwärmen. 
Und zwar von der kleinen Nordseeinsel

Vom Fähranleger aus, hatten Fine und ich nur einen ganz kurzen Weg bis zu unserer Finja, im Yachthafen von Baltrum. Der Hafen war gut besucht und so lag unser Boot sicher "eingeklemmt" ;-) am Steg. Diese Position ist in einem relativ kleinen Hafen, eine gute, denn wie Ihr seht, kann es passieren, dass man im Päckchen außen liegt und dann immer über andere Schiffe an Land gehen muß. So, wie die Personen von dem niederländischen Motorboot, neben uns. Wenn es im Hafen voll wird, dann legen sich noch weitere Schiffe außen dran und man erlebt Völkerwanderungen über sein Boot, oder wandert selber. ;-(

 

Um zu uns an Bord zu kommen, mussten wir über diesen Kunststoff-Steg (im Hintergrund) balancieren. Werner ging vor und zeigte mir die Reaktion des Stegs, wenn man darauf tritt. Er wackelt in alle Richtungen. :-))

 

Klar, die Kinder, die vom Ende des Stegs an Land wollten, hatten einen Riesenspaß dabei. Jetzt nehme ich Euch gerne mit, auf meinen ersten Rundweg über die Insel.

Wir verlassen das Hafengelände und schauen auf das Wattenmeer. Dort sind gleichzeitig mehrere geführte Wattwander-Gruppen unterwegs. Im Hintergrund segelt ein Segelboot in der Fahrwasserrinne.

 

Gleich hinter dem Yachthafen überqueren wir den Flugplatz von Baltrum.

:-))

Als wir die Start- und Landebahn überquert hatten, bot sich uns folgendes Panorama:
 Blick nach rechts:

Blick nach links:

Baltrum ist eine autofreie Insel. Alle Gepäckstücke und schweren Güter werden mit Pferdegespannen transportiert. Hier seht Ihr die minimalen Überreste einiger Pferdeäpfel. Ich habe dadurch keinerlei Geruchsbelästigung empfunden, ganz anders, als auf Juist vor ein paar Jahren.

Jetzt sind wir schon im Ort. Für die sehr kurzen Entfernungen auf der Insel, lohnt sich selbst ein Fahrrad nicht!






An einem anderen Tag unternahmen wir eine Dünenwanderung. Das Wetter hatte sich geändert, aber wir kamen wieder trocken an Bord, auch wenn der Himmel das nicht vermuten lässt. Zunächst führt der Weg parallel zum Strand.



Dann biegt man ab.





Kurz vor dem Ostdorf durchwandern wir ein Birkenwäldchen.


Wieder zurück an Bord.

Im Hintergrund seht Ihr den Fähranleger mit einer Fähre.


Soviel zu meinen Fotos, die ich hier zeigen möchte.

Jetzt komme ich zu meiner Schwärmerei. :-)

Da ich Borkum, Juist, Norderney und Langeoog schon kenne, habe ich Vergleichsmöglichkeiten. Alle ostfriesischen Inseln sind auf ihre Weise schön, aber jede ist anders. Wie mir jetzt klar geworden ist, hat auch jede Insel ihre speziellen Urlaubsgäste.
Wie ich ja in den letzten Tagen schon schrieb, ist das Publikum auf Baltrum etwas anders. Sicherlich hat das damit zu tun, dass die Gäste sich ganz gezielt für genau diese Insel entschieden haben. Hier kamen offensichtlich schon die Eltern der heutigen Eltern mit ihren Kindern hin.
Ich wusste eigentlich immer schon, was ich von "meiner" Insel erwarte, nur fand ich das bisher auf den anderen Inseln nicht so perfekt vor, wie hier.

Baltrum ist eine familienfreundliche Insel, auf der sich gleichzeitig auch Senioren und gehbehinderte Menschen wohlfühlen können. 
Baltrum ist sehr klein und somit fußläufig.
Baltrum verfügt über erstklassig gepflasterte Straßen und Wege, die sowohl für Kinderwagen, Bollerwagen, Rollatoren und Rollstühle geeignet sind.
Baltrum versorgt seine Gäste mit allem, was man wirklich braucht (Edeka, Bäcker, Post, Bücher, Andenken, Bekleidung)
Baltrum ist picobello sauber! Auch Hundekot sucht man vergebens auf den Wegen. :-)
Baltrum ist eine Insel, auf der man sich wohlfühlen und erholen kann.

Baltrum ist auf jeden Fall einen Urlaub wert,
wenn man sich erholen möchte,
wenn man sich z.B. mit einem Buch in die Dünen setzten möchte,
wenn man Lust auf Dünen-Spaziergänge hat, auf denen man Niemanden trifft,
wenn man es liebt, lecker essen zu gehen, (immer wieder gerne im "Skippers Inn")
wenn man auch mit Kleinkindern im "Skippers Inn" willkommen geheißen sein möchte,
wenn man im "Seehund" gerne an der Theke wartet, bis ein Tisch frei wird,
wenn man auch in der Ortsmitte nicht auf Menschenmassen treffen will.

Auf Baltrum erlebte ich von der Altersstruktur her, sehr gemischtes Publikum. Vom Säugling bis zum Greis war alles vertreten. Das hat mir sehr gut gefallen.
Die Insel wird nicht von Urlaubsgästen überrannt, sondern es ist Platz vorhanden. Am Strand, als auch im Ort und in den Dünen. Es ist leicht möglich, allein zu sein, wenn man das möchte.

Bisher kannte ich es in Urlaubsorten und spez. auf den Inseln nicht, dass junge Eltern mit ihren kleinen Kindern und Senioren zeitgleich entspannt Urlaub machen können. Selbst in den Speiselokalen erlebte ich gut erzogene Kleinkinder, die trotzdem ihren Spaß hatten. Geregelte Eltern haben eben auch geregelte Kinder. ;-)

Auf jeden Fall ist diese kleine Insel kein Platz zum shoppen, Party machen und um bespaßt zu werden.
Die Anreise überraschte mich ja schon dadurch, wie entspannt das ablief. Die nächsten Tagen konnten diesen Eindruck von entspanntem Miteinander nur noch verstärken. Auch die Rückfahrt mit der Fähre und die Übernahme meines PKW's verliefen perfekt.

Mit dem Aufenthalt auf Baltrum, der ja eigentlich auf Spiekeroog stattfinden sollte, bin ich ausgesprochen zufrieden.

Jetzt warte ich erst mal auf die Rückkehr von Werner. Er ist mit Finja heute auf Norderney angekommen. Mal sehen, wann er in Ditzum zurück sein wird.


Eines ist aber klar, Baltrum, wir kommen wieder!
:-)





Die Dornröscheninsel in der Nordsee

Hallo meine Lieben,

ich weiß, Ihr wartet schon sehnsüchtig auf meinen Bericht über Baltrum.


Jetzt sitze ich wieder gut gelaunt in Ditzum, sichte die Fotos und bastele am Text.


Gleich kommt aber erst mal lieber Besuch zum Tee und danach geht es weiter.

Bis später :-)

Sonntag, 11. August 2013

Hilfe! Alte Männer an der Pinne :-(

Heute muß ich hier mal was loswerden.
Als ich am Donnerstag mit der Fähre auf Baltrum ankam und Werner mich begrüßte, war er sichtlich unruhig. Immer wieder schaute er zu unserer Finja hinüber, die man vom Fähranleger aus, auf ihrem Liegeplatz im Yachthafen, sehen konnte. Auf meine Nachfrage hin, was denn los sei, erfuhr ich dies:
Kurz zuvor war eine Flottille, von ca 10 kleinen Segelbooten, im Hafen eingelaufen. Von dieser Gruppe waren  nur 3 Bootsführer an den Pinnen, die wußten, was sie taten. Die übrigen  Skipper waren mit ihren Anlegemanövern so überfordert, dass es Kollisionen mit fest liegenden Schiffen gab. Da noch nicht alle Chaoten Hilfe erhalten hatten, war Werner um unsere Finja besorgt. Man muss dazu bemerken, dass es ruhiges Wetter war. Das Problem schien Werner in der Altersstruktur der Skipper zu liegen. Es war die Ü70-Generation, die sich offensichtlich nur gemeinsam in die Wattensee trauen. Über das Wattenmeer zu segeln, ist natürlich sehr anspruchsvoll. Das weiß jeder Segler!

Gerstern mußte ich eine solche Situation selbst erleben. Es kam ein Segelboot rein, bei dem ein Ü70-Segler an seiner Pinne festgetackert und absolut überfordert zu sein schien. Die viel jüngere Frau und ihr Sohn, hatten offensichtlich keine Ahnung, was zu tun war. Wir standen mit 8 Seglern an Land und auf unseren Booten, um zu helfen. Was müssen wir da sehen! Weder sind Festmacher zum anlegen vorbereitet, noch sind an Bord die Klampen frei, um Tauwerk zu befestigen. Chaos total.

Wann passen Männer, im vorgerückten Alter, ihr Handeln ihren eingeschränkten Möglichkeiten an? Es muß wohl immer erst zu Bruch kommen, bevor sie einsehen, dass sie überfordert sind. :-(

Werner hat mir fest versprochen, auf mich zu hören, wenn ich erste Anzeichen bei ihm bemerken sollte. Er kann aber unbesorgt sein, noch ist es nicht soweit. :-)

Samstag, 10. August 2013

Grüße von Baltrum :-)

Eigentlich war ich ja auf Spiekeroog, als Urlaubsziel, eingestellt, aber es sollte anders kommen. So befinde ich mich jetzt an Bord unserer Finja, auf der Insel Baltrum.
Von dieser Insel erwartete ich gar nichts und so fuhr ich von Ditzum aus, ganz unvoreingenommen, nach Neßmersiel zum Fähranleger.
Alles, was ich jetzt zur Vorbereitung der Fährfahrt berichte, spielt sich am Rand eines mittelgroßen Parkplatzes ab. Das heißt für mich mit Fine, sehr bequem! Schon bei der Aufgabe des Gepäcks wurde ich angenehm überrascht. Man legt sein Gepäck einfach in einen bereit stehenden Gepäckcontainer, fertig. Danach parkt man sein Fahrzeug auf dem Parkplatz und gibt den Autoschlüssel am Schalter ab. Von dort aus werden die PKWs auf einen Großparkplatz vom Personal umgeparkt. Anschließend kann man, muß man aber nicht, die Fahrkarten am Automaten ziehen. Fahrscheine werden auch noch auf der Fähre verkauft. Nun wartet man noch auf die Fähre und der Urlaub kann beginnen. Bequemer habe ich noch keine Fährfahrt auf eine deutsche, autofreie Insel erlebt.

Baltrum, die Nordseeinsel, von der ich nichts erwartete, überrascht mich auf sehr angenehme Weise. Ich empfinde die erwachsenen Urlauber, als auch deren Kinder auf dieser Insel als sehr entspannt und ausgeglichen. Sebst die Urlauber-Hunde sind unaufgeregt. Mir scheint, dass sich eine ganz bestimmte Personengruppe für genau diese Insel, als Urlaubsziel entscheidet. Hier urlaubt man, wenn man mit sich selbst zufrieden ist und in sich ruht. So empfinde ich die Feriengäste hier, auf Baltrum.
Das gefällt mir, hier passe ich hin!  :

Dienstag, 25. Juni 2013

Leinen los :-)

Damit Ihr auf dem Laufenden seid, wohin uns der Wind in den nächsten Wochen tragen soll, schreibe ich Euch hier mal einige geplante Stationen.

Gestartet wird in Ditzum, an der Ems. Unser erster Zielhafen wird Delfzijl am Dollart sein. Von hier aus geht es mitten durch  Groningen. Das wird noch aufregend, denn mit stehendem Mast geht es immer nur im Konvoi durch die Stadt, mit ihren vielen Brücken. Dann segeln wir nach Zoutkamp und von dort nach Dokkum. Daran schließt sich ein sehr schöner Übernachtungs-Liegeplatz in einem Park in  Leeuwarden an.  Dann kommen wir nach Terherne  und am nächsten Tag an unser Ziel: Stavoren am Ijsselmeer. Dieser Ort war für 15 Jahre das Zuhause unserer ehemaligen Boote und ist ein Muss für mich, auf diesem Erinnerungs-Törn. 
Diese Strecke wird eine gemütliche Tour, denn sie führt über die friesischen Kanäle und Seen. Sollten Wind und Wetter uns günstig gesinnt sein, dann biegen wir von der Strecke ab und steuern Vlieland oder Schiermonnikoog an.
Es begleiten uns viele gute Wünsche für:
 "Mast- und Schotbruch und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel"


Finja ist klar zum auslaufen :-)

Endlich ist Finja startklar. :-)

Die Segel sind angeschlagen, 
die Rettungswesten liegen griffbereit, 
die Strecktaue sind korrekt befestigt,
der Motor schnurrt,
die Seekaten liegen parat,
das elektronische Kartensystem ist auf Stand,
die Funkanlage funktioniert,
Finja ist komplett durchgechect,
der Proviant ist fasst vollständig an Bord.
  
Alles OK :-)

Für die Mußestunden an Bord, sind für Werner reichlich maritime Bücher eingepackt. Ich habe es etwas leichter (im wahrsten Sinne des Wortes), denn mein Büchervorrat befindet sich auf meinem Kindle. Dazu kommen noch meine Hörbücher auf meinem Player. Ira war so nett und hat mir Filme, die mich interessieren könnten, mitgegeben. Ihr seht, es ist auch an Flaute und Hafentage im Sturm gedacht.

Für Fine sind dicke, leckere Ochsenziemer eingepackt. Die braucht Fine ggf., um sich ihren Stress wegkauen zu können. ;-) Für den Hund ist ein Segeltörn ganz schön anstrengend. Sie wird nachts gut schlafen können. Seid versichert, dass ich auf unser Finchen sehr gut aufpassen werde! :-)

Gleich bringen wir das Fahrrad und restliche Kleinigkeiten an Bord, die wir an Land nicht mehr brauchen. Dazu wird auch mein Laptop gehören. 
Damit melde ich mich jetzt ab, bis wir in niederländischen Gewässern sein werden. In Delfzijl melden wir uns für NL mit unserem 1&1-Surf-Stick an und hoffen auf eine gute Internetverbindung.

Ich wünsche allen Lesern eine gute Zeit und sende liebe Grüße.
Renate 
Tschüüüßßß, bis bald. :-)

Willkommen an Bord. :-)

Bevor ich Euch auf unseren Segeltörn mitnehme, möchte ich Euch erst einmal unser Segelboot vorstellen. 

Bitte anklicken:
   "Finja"


Unsere Finja  ist das perfekte Boot für das Segelrevier, das wir bevorzugen.
Bevor ich Euch mit an Bord nehme, möchte ich Euch zeigen, welche Sicherheitsmittel vorhanden und stets einsatzbereit sind.

Wenn man an Bord kommt, springt einem natürlich die Feststoff-Rettungsweste ins Auge, die im Heck, an Backbord, außen an der Seereling angebracht ist. 


Im Heck, an Steuerbord, befindet sich der Heckanker, der in extremen Notfällen, auch für das Abbremsen des Bootes gedacht ist. Natürlich kann er auch in anderen, ungefährlichen Situationen Verwendung finden.


Auf dem nächsten Foto seht Ihr die an Bord fest montierte Sorgleine. Es ist der schwarze Gurt. Daran pickt man sich mit seinem Lifebelt oder seiner Rettungsweste und einer weiteren Sorgleine ein. Dieses System gibt einem die  Sicherheit, nicht abgetrieben zu werden, wenn man über Bord gefallen ist. Die Situation könnte entstehen, wenn man bei starkem Seegang des Cockpit verlassen muss, um an Deck zu arbeiten.


Wo wir nun schon bei dem Thema Lifebelt und Rettungswesten sind, stelle ich Euch mal einige der an Bord vorhandenen Sicherungsmittel vor:

Auf dem Foto rechts seht Ihr meinen Lifebelt, den ich sowohl über meiner Rettungsweste, als auch ohne sie tragen kann.
In der Mitte des Fotos seht Ihr die Rettungsweste mit der Sorgleine von Werner. Sie trägt sich sehr angenehm, da sie sich nur öffnet, wenn sie von Wasser umgeben ist.
Links befindet sich die Rettungsweste von Fine.
Auf dem Foto sind meine, als auch die Rettungswesten für Gäste nicht zu sehen.


Auf dem Segeltörn, von dem ich hier berichten werde, brauchten wir die Rettungswesten nicht anzulegen. Das Wetter war gut, bis wir in Stavoren ankamen, aber davon berichte ich später.

Kommen wir nun zu unserem Kartenmaterial auf Papier. Bei allen Törns, die wir segeln, sind immer auch die aktuellen Seekarten der Reviere an Bord.


Zusätzlich befindet sich auch der aktuelle Wateralmanak an Bord. Das ist ein sehr wichtiges Informationsmittel, dass in NL immer an Bord mitgeführt werden muss! Darin sind z.B. alle wichtigen Informationen über Brücken und Schleusen enthalten.


Damit ich nicht aus der Übung komme, ;-) hier noch das internationale Flaggenalphabet


und damit uns Finja auch wirklich nicht aus dem Ruder läuft, befinden sich 2 Kompasse an Bord. Einer innen, am Innensteuerstand


und einer außen, am Außensteuerstand.


Für die frühzeitige Erkennung der Tonnen, liegt das Fernglas immer bereit.


Hier zeige ich Euch mal den Innensteuerstand mit Kartenplotter, GPS, Funk usw.




Und hier die 2. Ausgabe davon, außen, an der Pinne. 


Wie Ihr seht, gibt es die technische Ausrüstung an Bord in 2-facher Ausführung und zusätzlich noch die Seekarten auf Papier. Das bedeutet 3-fache Sicherheit. *strahl*

Jetzt kommen wir zu den Schaltern an Bord: Alles klar ;-)


Mir fällt auf, dass ich die Selbststeuerungsanlage vergessen habe, zu fotografieren. Die nutzt Werner, wenn er Einhand segelt.

Nun kommen wir zum letzten Sicherheitsmittel, dass ich hoffentlich niemals werde benutzen müssen. Vor Feuer an Bord haben Segler nämlich die größte Angst.



Mir ist wichtig zu erwähnen, dass die Verantwortung für Finja, als auch für die Crew, ein sehr verantwortungsbewusster Skipper übernimmt.  Werner weiß genau was er tut und würde uns niemals leichtfertig in Gefahr bringen. Bei Sturm bleibt Finja im Hafen und es wird sich an Bord nach dem Schwächsten gerichtet.

Werner tut alles, um es uns an Bord so schön und bequem wie möglich zu machen. An dieser Stelle danke ich ihm auch dafür, dass er sich uns (Fine und mir) immer so weit es möglich ist, anpasst, obwohl er, wenn allein an Bord wäre, auch ungemütlichere Kurse segeln würde. *liebdrückundschmatz*

Ich denke, jetzt seid Ihr gut eingestimmt und ich kann mit meinem Reisebericht beginnen.


Fortsetzung folgt








von Ditzum nach Delfzijl

Bei strahlendem Sonnenschein und Flaute beginnt unser Törn. Ein Mann und zwei Frauen an Bord, alles klar machen zum auslaufen und Los! :-)


Im Hafen von Ditzum noch mal zum Abschied nach links

 

und rechts


geschaut und schon verabschieden wir uns von unserem Fischerdorf an der Ems.


Wir sind gerade auf der Ems und wer kommt uns da entgegen? Ein Ditzumer Krabben-Kutter. Man kennt sich und grüßt sich freundlich. :-)


Nun heißt es, etwas aufpassen dass wir uns zwischen den grünen


und roten Tonnen


im Fahrwasser aufhalten.

An der Steuerbordseite, bei Emden, liegt ein Autotransporter, der mit PKW's voll beladen über die Meere fährt. Wie groß diese "dicken Pötte" sind, das sieht man im Vergleich zu den Gebäuden im Hintergrund. Ich bin von diesen Schiffen immer wieder fasziniert und wundere mich, dass die schwimmen können und dass sie auch schwere Stürme überstehen.


Weiter geht es per Motor, (wegen Flaute) denn wir wollen ja auch mal in Delfzijl ankommen ;-)


Wir sind im "Jachthaven Neptunus" gut angekommen 

 

und haben eine schöne Box, mit Seitensteg, für uns gefunden.


Flott noch mal 2 Fotos von Fine geschossen und wir gehen in die Stadt. 



Da sieht man solch einen Wulstbug in die Straßenböschung eingelassen. Am Ort gibt es eine große Reederei.


Nachdem wir etwas eingekauft und nachgeschaut hatten, ob unsere Lieblings-Pizzeria in Delfzijl "Le Palme" heute geöffnet hat, geht es erst mal wieder zurück.


Die Pizza war natürlich wieder wunderbar und wir konnten auf einen guten Start in den Urlaub zurück blicken.