Dienstag, 28. Dezember 2010

Tagebuch-Eintrag vom 28.Dezember 2010

Nun ist Ira schon eine Woche mit dem 
und ich dachte mir, ich schreibe mal, wie es mir geht.


Anders, als im letzten Jahr, während meiner Vertetung, war ich jetzt bei dem Gedanken, mit Tyske allein klar kommen zu müssen, ganz entspannt. Schließlich habe ich in der Zwischenzeit schon Vieles gelernt und es bringt mich nicht mehr jede Abweichung der erwarteten Umstände, aus der Tritt. Zu erwähnen ist erst mal, daß Tyske in einem Stall steht, der das "Rundum-Sorglos-Paket" für die Besitzer bietet. Es wird täglich ausgemistet und frisch eingestreut, sowie gefüttert. Mir stehen eine große Reithalle, eine Longierhalle, eine geschützte Führanlage, ein Paddock und die Weide für die Stuten zur Verfügung. Außerdem hat Ira vor ihrer Abreise vorsichtshalber Tyske noch mit Hufgripp ausgestattet.
Ich kenne eine andere Art der Pferdeunterbringung ja nicht wirklich, aber eins ist sicher... Dieses Gesamtpaket ist der pure Luxus, das weiß ich jetzt zu schätzen. Selbst bei diesem Schnee und der Glätte konnte Tyske immer auf die Weide oder den Paddock. Ganz davon abgesehen, daß unsere Bereiterin Steffi sich die Zeit genommen hat, Tyske, trotz dieser schwierigen Straßenverhältnisse, fasst täglich zu reiten. Sehr gerne bin ich vor Steffi/RL im Stall und putze Tyske, ziehe ihr die Gamaschen an, lege den Sattel auf und die Trense an. So stehen wir dann fertig da, wenn Steffi kommt.
Es ist sooo schön zu sehen, wie gut die Beiden zusammen passen. Woran man das erkennt??? Ist doch klar, ....strahlende, lobende Steffi auf abschnaubendem Pony. *strahl*

Jetzt mal ein kleiner Lacher für zwischendurch: :-))
Ich stehe also locker und entspannt in der Ecke der Longierhalle und schaue den Beiden zu. Steffi hat sich eine Stange auf dem Boden und 2 Hütchen im rechten Winkel dazu aufgebaut. Es geht abwechselnd über die Stange um das rechte Hütchen, um das linke Hütchen, wieder über die Stange in die andere Richtung usw., usw. Tyske darf abschnauben und weiter geht's über die Stange und um die Hütchen herum.
Sooo, nach der 4. bis 5. Wiederholung des Ganzen fragt mich Steffi, was ich gesehen habe. Renate: "tjaaa, ich weiß schon, was ich gesehen habe, aaber ich weiss nicht wie ich das jetzt beschreiben soll."
Steffi darauf ganz trocken:" Alsooo, Beispiele sind immer gut.....Zuerst war Tyske noch eine ungekochte Spagetti, dann war sie "al dente" und zum Schluss... weich gekocht. Renate: "Jaaa, ja, genau so sah das aus! " :-)))

Tyske wurde sehr gelobt und damit war diese Stunde beendet. Wenn alles gestimmt hat, dann lobt man das Pony und hört auf. Das habe ich ganz nebenbei gelernt.

Nun wollt ihr auch noch wissen, wie es mit meiner Reiterei weiter geht?!
§1 meiner, mir selbst auferlegten Sicherheitsvorschriften besagt, dass es mir, während der Vertretungszeit von Ira, nicht gestattet ist, mich einem irgendwie gearteten Risiko auszusetzen, dazu zählt in besonderem Maße DAS REITEN. Da kann man nichts machen...Vorschrift ist Vorschrift!

Also, werde ich erst nach der Rückkehr von Ira zu dieser, meiner Entwicklung, Neues schreiben können.

Mein Weihnachtsgeschenk von Ira war wieder ein Buch: "Die Reiterhilfen"- So macht man es richtig, von Anne-Katrin Hagen. Dieses Buch richtet sich an erwachsene Anfänger ohne Vorkenntnisse. Genau das Richtige für mich. Ich habe es ja schon mal erwähnt. Bei mir geht es immer erst mal mit der Theorie los und außerdem sind Bücher gaaanz ungefährlich und nehmen auch nichts übel. ;-)

Montag, 6. Dezember 2010

Tagebuch-Eintrag vom 8.Dezember 2010

Da fällt mir gerade noch was zu dem Thema "Fotos" ein. :-))

Als mich der Fjord-Virus erwischte, wurde ich von meiner Mutter und meinem Mann ausdrücklich und wiederholt auf die Gefährlichkeit meines Tun's hingewiesen. Ich solle mir das unbedingt noch mal gründlich überlegen. Was dabei so alles passieren kann. Nachdem fest stand, daß man mich nicht mehr umstimmen würde, kamen folgende Anfragen von Mutter als auch von meinem Mann:

Phase 1 der Rolle Rückwärts:
"Wir würden dir sehr gerne mal bei den Reitstunden mit Steffi zuschauen. Das
ist doch sicherlich möglich?"
Meine Antwort: "NIX DA!!"

Phase 2 der Rolle Rückwärts:
"Aber es wird dich doch sicher mal jemand fotografieren können, wenn du reitest?" 
Meine Antwort: "NÖ!"


Phase 3 der Rolle Rückwärts:
Ich könnte mir gut vorstellen, daß die beiden (Mutter und Ehemann) Ira als "Geheimwaffe" gegen mich einsetzen werden. ;-)

Jetzt mache ich aber erst mal ein paar Tage Urlaub, damit ich fir bin, wenn Ira im Oman ist.

Sonntag, 28. November 2010

Tagebuch-Eintrag vom 28. November 2010

Ich habe das 1. Mal echt Spaß gehabt....nein, nicht im Leben, sondern auf der Kutsche. Wollt Ihr wirklich wissen, wieso?
Die Einleitung meiner Geschichte, ...da muß der geneigte Leser jetzt durch: Nachdem Ira im letzten Jahr Tyske gekauft hatte, stand das Pony für etwa 3 Monate in ihrem neuen Heimatstall zum eingewöhnen. Da Tyske auch später gefahren werden sollte, hat Ira sie im Herbst für drei Monate in die professionelle Ausbildung gebracht. Da dieser Ausbildungsstall bei uns ganz in der Nähe ist, waren wir täglich bei Tyske, konnten bei der Ausbildung zum Fahrpferd zuschauen und in der Endphase auch als Beifahrer fungieren.


Natürlich hat das Pony während dieser Zeit von uns das tägliche Verwöhn-Programm auch weiterhin bekommen. Das war genau die richtige Entscheidung für die Fahrausbildung von Tyske.  Zu Beginn darf Nichts passieren!!!

So, jetzt kommen wir zum Hauptteil der Geschichte, nämlich MEINER.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich nur 2-3Mal Gast auf einem 2-Spänner-Gespann bei dem die Ponys, als auch Fahrer und Beifahrer über viel Erfahrung verfügten. Ich war damals für meine Verhältnisse recht locker unterwegs. Wenn ich keine Ahnung von was hab, dann hab ich auch keine Angst. Wovor auch?! Im letzten Jahr um diese Zeit war Tyske dann endlich ausgebildet und Ira wollte mit ihr und der nagelneuen Kutsche los.


In der Zwischenzeit hat man mir von schlimmen Kutschen-Unfällen erzählt. *bibber* Ahnt Ihr schon, was nun kommt? 
Ira an Renate...."hast Du morgen Zeit als Beifahrer mit uns zu fahren?" Renate an Ira..,"hm, ich muß mal sehen ob es bei mir zeitlich passt, was sagt denn der Wetterbericht?....ist es nicht zu warm oder zu kalt für das Pony?" usw., usw. Ich dachte so bei mir, vielleicht findet Ira ja noch einen anderen Beifahrer. *schmunzel* Ich glaube, ich habe Ira damit ganz schön genervt. Aber, mir ist klar, meine Tochter läßt nicht locker! Sie hat mir dann als Beifahrer echte Aufgaben übertragen. Den Straßenverkehr im Blick behalten und nach hinten Ausschau halten! Wer was zu tun hat, hat keine Zeit über Angst nachzudenken.
Das hörte sich auf der Kutsche dann etwa so an: "Ira, hinter uns kommt ein Auto, es überholt gleich, jetzt überholt es. Ira, hinter uns kommen Radfahrer, gleich sind sie da, jetzt kommen sie vorbei. Ira, da vorne kommt ein Auto".....
"Ira an Renate!!"...."KLAR, DAS SEHE ICH DOCH SELBER!!!!"

Gut, ich entspannte mich von Mal zu Mal immer etwas mehr, aber während der Fahrt locker erzählen...daran war noch nicht zu denken. Meine Angst richtet sich nicht an Tyske, sondern an andere Verkehrsteilnehmer, die nicht wissen, wie man sich, gegenüber einer Kutsche, im Straßenverkehr zu verhalten hat. *grrr*
Bis ich bei der Rückkehr von unserer letzten Ausfahrt feststellte, daß ich ohne Angst unterwegs gewesen war. Die aktuelle Verkehrslage an den Fahrer nur noch durchgegeben habe, wenn es wirklich nötig war und auch mit Majola während der Fahrt Neuigkeiten ausgetauscht hatte.

Für heute, am 1. Advent hatte Majola eine Ausfahrt mit Tyske angesetzt und mich als Beifahrerin gebucht. Das war das erste Mal, daß ich mich auf die Ausfahrt mit den Beiden gefreut habe. Das ging so weit, daß ich Kaffee für auf die Kutsche gekocht und mitgenommen habe. Ira hatte das Pony mit Schellengeläut und uns mit weihnachtlichen Zipfelmützen ausgestattet. 


So ging die Fahrt bei herrlichem Winterwetter durch Feld, Wald, Flur und mitten durchs Dorf. 
Kling Glöckchen, klingelingeling, Kling Glöckchen kling.....
Strahlende Passanten wurden mit einem „Schönen 1. Advent“ von uns belohnt. Es war eine wunderschöne Ausfahrt mit lecker Kaffee und lockerer Unterhaltung. Hach, war das schööön!! Demnächst mit Kaffee und Kuchen. Und nun zum Guten Schluß des Tages:
Gerade komme ich von der Weihnachtsfeier im Stall zurück. Weihnachtliches Grillen mit Glühwein..... Jingle Bells, Jingle Bells.....